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18.05.12 Europäischer Maulwurf (Talpa europaea)

Der Maulwurf (Familie Talpidae) ist mit 27 Arten auf der Nordhalbkugel vertreten. In Deutschland ist der Europäische Maulwurf heimisch und aufgrund seiner Hinterlassenschaften (Maulwurfhügel) oft Ärgernis mancher Gartenbesitzer.

Europäischer Maulwurf


Beschreibung

Talpa europaea gehört innerhalb der Säugetiere zu den Insektenfressern, verwandte Arten sind beispielsweise Otter, Igel oder die Spitzmaus. Der Maulwurf führt ein verborgenes Leben in der Erde, seine gesamte Physiologie ist auf diese Lebensweise abgestimmt. Die vorderen Gliedmaßen sind perfekte Grabwerkzeuge (Grabschaufel). Das Fell der Tiere hat keinen Strich, d.h sie können sich in den Gängen vorwärts und rückwärts gleich gut bewegen. Das wichtigste Sinnesorgan ist die Schnauze an der sich lange Tasthaare befinden. Die kleinen Augen spielen nur eine untergeordnete Rolle und haben kaum Sehkraft, nur eine Unterscheidung von hell und dunkel ist damit möglich. Die natürlichen Feinde sind verschiedene Greifvögel, Marder, Dachse oder Füchse. Diese Gefahr lauert allerdings nur über der Erdoberfläche, in der Erde ist der Maulwurf relativ sicher vor diesen Bedrohungen.
Hauptnahrung der Maulwürfe sind Regenwürmer, aber auch Insekten und deren Larven werden gerne gefressen. Seltener werden auch kleine Wirbeltiere erbeutet. Die Tiere haben ein kräftiges Gebiss.

Lebensweise

Es wird ein umfangreiches Gangsystem angelegt, überschüssige Erde wird an die Oberfläche transportiert. Die entstandenen Hügel befinden sich nie direkt über einem Gang sondern etwas versetzt vom Eingang. Die meisten Gänge befinden sich nur knapp unter der Erde, nur bei Frost oder großer Trockenheit ist der Maulwurf auch in tieferen Regionen (bis 80cm) unterwegs. Es werden Nestkammern angelegt die für Ruhephasen, als Nahrungsdepot oder für die Jungenaufzucht genutzt werden. Unter einem besonders großen Maulwurfhügel (Burg) befindet sich meist das Winternest. Der Maulwurf ist ganzjährig aktiv und hält keinen Winterschlaf, auch einen Tag-Nacht-Rhythmus gibt es bei diesen Tieren nicht. Wachphasen von etwa 5 Stunden Dauer werden von Ruhezeiten unterbrochen in denen sich der Maulwurf regeneriert.

Im Frühjahr findet die Paarung statt bei der es zwischen den Männchen auch zu heftigen Revier-Streitigkeiten kommen kann. Nicht selten wird das unterlegene Tier vom Sieger verspeist. Nach vierwöchiger Tragzeit bringt das Weibchen bis zu 6 Jungtiere zur Welt.

Von Jörg Riedel