Startseite        I        Impressum        I        Kontakt        I        Naturbücher        I        Suche

07.09.12 Marienkäfer (Coccinellidae)

Durch ihr schönes Erscheinungsbild gehören Marienkäfer zu den populärsten Käfern überhaupt. Das die Tiere auch als Nützlinge aktiv sind hat sicher auch zu ihrem guten Image beigetragen. Die meisten Arten ernähren sich in der Tat überwiegend von Blatt- oder Schildläusen, aber auch von Spinnmilben, Larven, Wanzen oder von Mehltau-Pilzen. Wird die tierische Nahrung knapp greifen manche Marienkäfer auch auf pflanzliche Kost zurück.

Weltweit gibt es etwa 6000 Marienkäfer-Arten, da die Tiere sehr wärmebedürftig sind ist die Anzahl in Deutschland eher gering (etwa 82 Arten). Marienkäfer haben sich an verschiedene Lebensräume angepaßt wobei sich auch Spezialisten entwickelt haben die bestimmte ökologische Voraussetzungen benötigen. Andere Arten sind viel unterwegs und kommen mit verschiedenen Lebensräumen zurecht, diese Tiere sind in der Regel auch noch recht häufig. Anders sieht das bei manchen Spezialisten aus, wird der Lebensraum zerstört verschwinden auch die Tiere.
Marienkäfer und deren Larven sind wahre Freßmaschinen wenn es um die Vernichtung von Blatt- oder Schildläusen geht. Diese Tatsache hat sich der Mensch natürlich von Nutzen gemacht und besonders potente Arten nachgezüchtet. Ein negatives Beispiel ist hierbei der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) der versehentlich in die freie Natur gelangte und nun unsere heimischen Arten bedroht.

Marienkäfer
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)


Einige Marienkäfer sind bekannt dafür innerhalb einer Art verschiedene Färbungen anzunehmen was die Bestimmung natürlich erheblich erschwert. Zumindest ist die Abgrenzung zu anderen Familien nicht schwer, die halbkugelige Form haben alle Arten mehr oder weniger gemeinsam.

Marienkäfer sind stabil gebaut und sondern bei Gefahr ein giftiges Sekret ab welches Freßfeinde verscheuchen soll, trotzdem haben sie einige Feinde (Vögel, Eidechsen, Laufkäfer...). Die Marienkäfer-Brackwespe agiert im Stile einer Schlupfwespe indem sie ihre Eier unter die Deckflügel einer Marienkäfer-
Art ablegt. Die geschlüpften Larven ernähren sich vom Käfer was dann letztendlich auch den Tod des Wirtes bedeutet.

Nach der Paarung legen heimische weibliche Marienkäfer bis zu 400 Eier. Die geschlüpften Larven sind ausschließlich mit Fressen beschäftigt. Nach drei oder vier Häutungen schlüpft dann der fertige Käfer der meist in größeren Gruppen überwintert. Im folgenden Frühjahr beginnnt dann der Kreislauf von vorn.

Von Jörg Riedel